Statistiken
OS : Linux d
PHP : 5.2.10
MySQL : 4.1.22-max-log
Zeit : 18:55
Caching : Deaktiviert
GZIP : Deaktiviert
Benutzer : 1
Beiträge : 60
Seitenaufrufe : 58890

Tag der offenen Tür - 2010

Benutzerbewertung: / 6
SchwachPerfekt 

Schule, wie sie sein soll

Tag der offenen Tür an der Realschule Oberroning

Bewährtes zu verändern erfordert manchmal Mut und wenn der Ausgang unsicher ist kommt etwas Nervenkitzel hinzu.
Insofern war Oberronings Realschulrektor Andreas Dillinger schon gespannt, ob zu seinem Informationsvortrag am Tag der offenen Tür auch Interessenten kommen würden, war doch der Zeitpunkt auf Anregung des Elternbeirates von Mittags um halb eins auf 10 Uhr vormittags vorverlegt worden. Doch die Bedenken erwiesen sich als grundlos. Und die zahlreichen Besucher nutzten natürlich die Zeit nach der Einführung zu einem ausgiebigen Hausrundgang.
Auf diesem Rundgang konnten sie in zahllosen Beispielen erfahren, wie Kinder, Jugendliche und Erwachsene das weite Feld des Bildungserwerbs auf unterschiedlichste und höchst aufregende Art und Weise beackern. Wissenserwerb durch Vergleichen und Auswerten von Daten, wie in Erdkunde und Biologie gezeigt, oder durch das Ausprobieren und Beobachten, wie in Physik und Chemie tatkräftig und alle Sinne überwältigend vorgeführt. Wissenserwerb durch das Umformulieren und Aktualisieren klassischer Sagen, wie es eine Wandzeitung großlettrig, großspurig und wie nicht anders erwartet überparteilich anpries.
Wissenserwerb durch das Erspüren des Gehaltes poetischer Texte, sei es durch Illustration, Neudichtung in alter Form oder gar durch freie Interpretation in einem kurzen Theaterstück wie Beispiele aus dem Deutschunterricht der 7. 8. und 9. Klassen bewiesen. Bildungserwerb durch Üben, mit Computerprogramm oder Kartenspiel wie in der Mathematik, durch Hörbücher und Lesestoff wie in den Fremdsprachen, oder eben durch Einüben von Bewegungsabfolgen, bis aus Schweiß und Mühe Tanz und Ausdruck wird.
Bildungserwerb durch Begegnung mit der Kunst, der bildenden in mannigfaltigen Themen und Techniken, wie man an zahlreichen Exponaten an den Wänden feststellen konnte, oder der Musik, wie der stimmgewaltige Schulchor, die rockige Schulband und die homogenen Flötenklassen hören ließen.
Herzensbildung, neudeutsch Empathie genannt, die sich an einer spontanen Hilfsaktion für die Erdbebenopfer in Haiti genauso manifestierte, wie in den dauerhaften Betreuungen mehrerer Patenkinder durch einzelne Klassen. Dazu kamen die Schülerinnen und Schüler als Akteure des Stücks „Zeige deine Schule“ - als Fremdenführer für Besuchergruppen genauso wie als aufmerksame Gastgeber in der Cafeteria.
Wenn also Eltern und Kinder nach der Informationsveranstaltung das Hausbesichtigt, vielleicht mit Lehrkräften und Schülern gesprochen und eventuell auch noch Brotzeit gemacht hatten, dann gingen sie vielleicht heim und sagten: „Das ist eine Schule, wie sie sein soll.“