Selbst-Evaluation hat sich gelohnt - Auswertung dauert noch an (Quelle: Allgemeine Laber-Zeitung)
Oberroning. Evaluation - ein Zauberwort. Den Wert von etwas festlegen, es bewerten und vielleicht noch diesen Wert in ein "Ranking" (noch so ein Zauberwort) einfügen, also einfach gesagt, eine Tabelle bilden und schauen, wo man steht - ohne diese Zaubereien geht heutzutage nichts mehr. Wer nicht evaluiert, verliert.
Das gilt natürlich auch für Schulen. Wobei nichts dagegen einzuwenden ist, dass sich eine Institution Gedanken darüber macht, wie sie bei ihrer Klientel ankommt und wo Verbesserungs- und Änderrungsbedarf ist.
Staatliche Schulen werden extern evaluiert, das heißt, es kommt ein Expertenteam, das sich den ganzen Betrieb anschaut, mit den Leuten spricht und dann seine Sicht der Dinge darlegt. Eine Art Schul-McKinsey also. Den können Privatschulen auch für sich anfordern, müssen allerdings (teuer) bezahlen und kommen dafür auf eine Warteliste so um den St. Nimmerleinstag rum.
Nund sind aber gerade die privaten und kirchlichen Schulen schon von jeher gewohnt, ihr Schulprofil zu entwickeln, so dass eine Evaluation auch als Hilfestellung bei der Profilbildung in der Schullandschaft wertvoll und nützlich sein kann.
Hilfe kommt vom katholischen Schulwerk: die von der Bertelsmann-Stiftung entwickelte externe Evaluation mittels Fragebögen wurde vom Schulwerk um eine Frageblock speziell für kath. Schulen erweitert, die Schulen konnten noch eigene Fragen hinzufügen und schon verfügte - auch gegen Entgelt versteht sich - jede Schule, die wollte, über eine Möglichkeit zur Selbst-Evaluation in Schulen.
Oberroning hat diese Möglichkeit genutzt. Das Schulentwicklungsteam bestedehnd aus Realschulrektor Andreas Dillinger, seiner Stellvertreterin Angelika Bauer-Deutler, sowie den Lehrkräften Tanja Tajsich und Wolfgang Maier, setzte sich vorab mit dem Prozedere auseinander und legte in etlichen Mitagssitzungen den Ablauf fest.
Zunächst mussten die schul-spezifischen Fragen formuliert werden, da diese in die standardisierten Fragebögen eingefügt werden mussten.
Die Oberroninger beschlossen dezidiert nach dem Nutzen und der Nutzung der Hausaufgabenzeit zu fragen. Hierzu Aussagen zu treffen, die dann nach dem Schema "Stimme voll zu", "Stimme teilweise zu", "Stimme weniger zu", "Stimme nicht zu" beziehungsweise "Weiß nicht" bewertet werden konnten, erwies sich als gar nicht so einfach.

Dann wurden Termine gesucht. Befragt wurden alle Lehrkräfte, die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aus der Verwaltung, dem Sekretariat und der Nachmittagsbetreuung sowie alle Eltern und Schüler der siebten und neunten Klassen. Das Schulpersonal und die Schülerinnen und Schüler füllten ihre Fragebögen in der Schule aus. Um die Rücklaufquote auch bei den Eltern hoch zu treiben, wurde für die Klasse mit der höchsten Elternrücklaufquote ein Preis ausgelobt. Die Fragebögen wurden dann an die Bertelsmannstiftung eingesandt und dort maschinell ausgewertet.
Vor wenigen Wochen kam nun der ausgewertete Anwortbericht. Beim ersten Anblick stockte dem wackeren Schulentwicklungsteam schon der Atem angesichts der rund 600 Seiten an Tabellen, Diagrammen und Vergleichswerten. Die Auswertung wird auch sicher noch bis nach den Sommerferien dauern. Und sicher werden auch einige Ergebnisse das bestätigen, was man immer schon gewusst zu haben glaubte. Aber es sind auch schon Felder erkennbar, bei denen Handeln nötig erschient. Der Clou bei der ganzen SEIS-Befragung besteht nämlich darin, dass die Schulfamilie sich für die kommenden Jahre zwei, höchstens drei Ziele zur Verbesserung vornimmt. Sollten dann die daraus abgeleiteten konkreten Maßnahmen zur Verbesserung des schulischen Lebens führen - dann hat sich der Aufwand allemal gelohnt.